Eine Arbeitsgruppe der Uni-Klinik Jena hat zusammen mit den TU Berlin und Dresden eine Untersuchung über Wohnungsschimmel durchgeführt. Die repräsentative Studie belegte, dass jede zehnte Wohnung in Deutschland von Schimmel betroffen ist. In knapp zwei Drittel der Fälle lies sich die Ursache an unzureichender Belüftung festmachen, ein Drittel war auf Baumängel zurückzuführen.

Starke Zunahme der Schimmelbildung

Das Thema Wohnungsschimmel hat in den letzten Jahrzehnten enorm an Bedeutung gewonnen. Das Thema ist häufig in den Medien präsent. Ursächlich für die starke Zunahme sind veränderte Lebensgewohnheiten und die moderne, auf Energieeinsparung ausgerichtete Bauweise von Neubauten.

In früheren Zeiten waren die einfachen Glasfenster die kälteste Fläche im gesamten Raum. Die Luftfeuchtigkeit schlug sich an den Scheiben und der Fensterbank nieder, wo sie mit einem Tuch aufgenommen wurde. Fenster und Türen waren bei weitem nicht so dicht verbaut wie heute. Ein ständiger Luftzug sorgt für einen permanenten Austausch zischen Raum- und Außenluft.

Moderne Bauweisen und veränderte Lebensgewohnheiten begünstigen das Schimmelwachstum

Heutzutage werden Neubauten mit doppelverglasten, hervorragend isolierten Fenstern versehen. Sämtliche Wände sind zwecks Energieeinsparung mehrfach gedämmt. Fenster und Türen sind so perfekt eingepasst, dass die Wohnungen gleichsam hermetisch von der Außenwelt abgeschirmt sind. Ein natürlicher Luftaustausch findet nicht statt. Die zahlreichen Singlehaushalte stehen während der Arbeitszeit leer, um Energiekosten zu sparen werden die Heizkörper abgedreht. Im Ergebnis verbleibt die Luftfeuchtigkeit über mehrere Stunden in ausgekühlten Räumlichkeiten, kondensiert an den kältesten Stellen (meist Außenwände) und es kommt zur Schimmelbildung.